WSL

Gespannt wartete man auf das Aufgebot, als Tabellenführer Chelsea auf die London City Lionesses traf: Würde Hannah Hampton in der Startelf stehen? Nur wenige Tage zuvor waren Auszüge aus Mary Earps’ Autobiografie veröffentlicht worden, in denen Hampton nicht gut wegkam. Doch Trainerin Bompastor stellte sich klar hinter die frischgebackene Europameisterin – und stellte sie auf.

Chelsea gewann das Spiel dank Toren von Sam Kerr und Ellie Carpenter mit 2:0 und sicherte sich so weiterhin die Tabellenspitze. Trotzdem können die London City Lionesses viel Positives aus der Partie mitnehmen – beim Stand von 1:0 hatten sie mehrere gute Chancen auf den Ausgleich.

Die beiden Teams aus Manchester bleiben Chelsea aber dicht auf den Fersen und holten sich ebenfalls je drei Punkte. City gewann 1:0 gegen West Ham United, und Manchester United spielte ein spannendes Fünf-Tore-Spiel gegen Brighton & Hove Albion. Am Schluss stand es 3:2 im Broadfield Stadium. Albion musste dadurch seine dritte Niederlage in Folge hinnehmen.

Auch Arsenal und Tottenham Hotspur holten sich je die drei Punkte.
Das Spiel des Wochenendes fand jedoch zwischen Aston Villa und Everton statt und endete mit einem 3:3-Unentschieden. Zuerst ging Everton durch einen Treffer von Kelly Gago in Führung, dann holte sich Villa mit Toren von Georgia Mullett und Kirsty Hanson die Führung. Die Toffees glichen aus – ein Hammerschuss von Hikaru Kitagawa. Dann erzielte Ruby Mace ein Eigentor, und Villa übernahm wieder die Führung. In der vierten Minute der Nachspielzeit rettete aber Gago mit ihrem zweiten Treffer an diesem Abend einen Punkt, indem sie das 3:3 erzielte.

SCHWERE VERLETZUNG BEI MIA ENDERBY

Die Partie zwischen Liverpool und Tottenham Hotspur wurde für etwa eine Viertelstunde unterbrochen, nachdem sich Liverpool-Stürmerin Mia Enderby schwer verletzt hatte. Die 20-Jährige wurde ins Spital gebracht. Sie war nach einem Luftduell offenbar auf dem Nacken gelandet. Noch gibt es kein offizielles Update zu ihrem Gesundheitszustand.

BUNDESLIGA

Leverkusen und Frankfurt schafften es am Wochenende, weiterhin an der Spitze dranzubleiben. Die Leverkusenerinnen besiegten Carl Zeiss Jena mit 4:2 und stehen somit weiterhin auf Platz drei. Mit nur einem Punkt weniger folgen die Frankfurterinnen, die sich 4:0 gegen Aufsteiger HSV behaupten konnten.
Bayern besiegte am Samstag souverän den SGS Essen mit 4:1. Damit haben sie nach acht Spielen 22 Punkte und führen die Tabelle an.

Wolfsburg, Tabellenzweiter, traf am Wochenende auf Hoffenheim. Die Wolfsburgerinnen, die als Favoritinnen in die Partie gingen, standen unter Druck: Wenn sie an den Bayern dranbleiben wollten, musste ein Sieg her. Den holten sie auch – Hoffenheim musste ohne Cerci und Kössler antreten, schnupperte aber trotzdem in der ersten Hälfte einige Male an der Führung. In der 72. Minute fiel durch die eingewechselte Beerensteyn das 1:0 für Wolfsburg. Knapp zehn Minuten später gab es einen klaren Penalty für Hoffenheim – Ampoorter verwandelte. In der 87. Minute wurde die Schweizer Nati-Spielerin Smilla Vallotto eingewechselt und nur vier Minuten später schoss sie den so wichtigen Siegestreffer für die Wölfinnen. Jetzt stehen sie mit drei Punkten weniger als Bayern auf dem zweiten Platz.

Köln gewann 3:0 gegen Nürnberg, Werder Bremen besiegte Union Berlin mit 3:0, und RB Leipzig holte sich einen wichtigen Sieg: Die Leipzigerinnen holten gegen Freiburg drei Punkte und konnten sich dadurch etwas vom Tabellenende absetzen.

NWSL

Alle acht Playoff-Plätze sind vergeben: Racing Louisville hat 1:0 gegen Bay FC gewonnen und sich am «Decision Day» noch qualifiziert.

Jetzt geht es weiter mit den Viertelfinals und schon am Freitag geht es los! Und schon eine Woche später werden die Halbfinals ausgetragen – es wird richtig spannend.

NWSL-SPIELERIN LÖST RIESEN-DEBATTE AUS

In der NWSL ist eine heftige Debatte um transgender und intersexuelle Spielerinnen ausgebrochen. Grund dafür ist eine Kolumne in der «New York Post» von Angel-City-Verteidigerin Elizabeth Eddy. Darin fordert sie Geschlechtertest für alle Athletinnen der Liga, um klare Regeln einzuführen, wer spielen darf. «Die NWSL muss einen klaren Standard festlegen», schreibt sie. Sie schlägt zwei Möglichkeiten vor: Entweder müsse man nur Spielerinnen zulassen, die mit einem Eierstock geboren sind (so handhabt es die englische FA aktuell), oder jede Spielerin müsse einen SRY-Gentest machen, wie es aktuell die World Athletics und World Boxing machen. Damit stösst sie auf harten Gegenwind – obwohl es in anderen Frauenligen bereits klare Regeln dazu gibt.

Als Reaktion auf einen am 27. Oktober veröffentlichten Kommentar möchten wir klarstellen, dass wir zwar das Recht jedes Einzelnen auf freie Meinungsäusserung respektieren, diese jedoch nicht die Meinung einer gesamten Organisation widerspiegelt.

Statement Angel City FC

Der Club betont auch, dass «Gleichberechtigung, Inklusion und Zugehörigkeit» zur Identität des Vereins gehören.

Fakt ist: Aktuell gibt es keine Trans-Spielerin in der NWSL.

Es gab allerdings in der Vergangenheit einigen Wirbel um Orlando-Pride-Star Barbra Banda. Beim Africa Cup (organisiert von der Confederation of African Football CAF) 2018 und 2022 wurde Banda nicht für das sambische Nationalteam aufgeboten. Der sambische Verband schob die Schuld damals auf den CAF und liess verlauten, dass Banda den nötigen Geschlechtertest nicht bestanden habe. CAF meldete aber später, dass solche Tests gar nicht stattgefunden hätten und Banda dementsprechend für die Turniere zugelassen wäre. Beim letzten Africa Cup spielte Banda für ihr Land – sie ist jetzt Captain des sambischen Nationalteams und ist mit bereits acht Saison-Toren Toptorschützin von Orlando Pride. Die ganze Berichterstattung um Geschlechtertests ist oftmals ideologisch geprägt und dient der Sache nicht.

In den Sozialen Medien schwappt Elizabeth Eddy, die in den letzten zwei Saisons nur je drei Spiele absolvierte, nun eine üble Welle des Hasses entgegen.

LIGA F

Grosse Überraschung: Am 9. Spieltag der Liga wurde Barcelonas Siegesserie von Real Sociedad beendet. Das Heimteam konnte dank eines Penaltys in der ersten Halbzeit die Partie 1:0 für sich entscheiden. Obwohl Barcelona 16 (!) Torschüsse hatte, hielt Goalie Julia Arrula dicht – ein schwarzer Tag für die amtierenden Meisterinnen. Es war das erste Mal seit 2020 (gegen Atlético Madrid), dass die Barça-Elf in einem Ligaspiel kein Tor erzielte.

Trotz der Niederlage führt Barcelona die Tabelle mit vier Punkten Vorsprung an. Aber Real Madrid konnte mit seinem 1:0-Sieg gegen Espanyol den Rückstand auf Barcelona verkleinern.

Levante wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Zuhause verloren sie 2:4 gegen CD Tenerife – eine bittere Niederlage, da man mit mindestens einem Punkt gerechnet hatte. Nach neun Spielen hat Levante weiterhin nur einen Punkt auf dem Konto.

Atlético Madrid fand nach drei sieglosen Spielen wieder in die Spur und gewann mit 4:0 gegen Alhama, wobei Synne Jensen einen Doppelpack erzielte. Auch Granada und SD Eibar feierten 1:0-Siege gegen Madrid CFF bzw. Deportivo.

SERIE A

AS Roma bleibt auch am vierten Spieltag ungeschlagen. Die Römerinnen gewannen zuhause im Stadio Tre Fontane 3:0 gegen Inter. Schon nach vier Minuten gingen sie durch ein Tor von Pandini in Führung. Rom war durchgehend das bessere Team und konnte in der zweiten Halbzeit noch zwei Tore schiessen (67. Dragoni, 90.+4 Giugliano).
Für Inter war es die erste Niederlage in dieser Saison.

Manuela Giugliano und Katrine Veje feiern zusammen. (IMAGO / Insidefoto)

Juventus holte sich gegen Ternana den zweiten Sieg der Saison. Fast hätte sich Ternana gegen Juve den ersten Punkt der Saison geholt: Bis in die 89. Minute stand es nämlich noch 1:1. Doch kurz vor Schlusspfiff konnte Cambiaghi auf Vorarbeit von Bonansea noch den wichtigen Siegestreffer erzielen. Trotz schwachem Start stehen die «Bianconere» auf Platz drei – punktgleich mit Napoli und Fiorentina. Dahinter folgt Milan auf Platz fünf, punktgleich mit Lazio und Como.

Milan hat am Samstag gegen Lazio gewonnen. Nach den letzten zwei bitteren Niederlagen ist dieser Sieg für die «Rossonere» besonders wichtig. Bereits nach knapp zwanzig Minuten lagen die Frauen von Trainerin Suzanne Bakker mit 2:0 in Führung – beide Tore erzielte van Dooren. Die Römerinnen trafen in der 28. Minute zum Anschluss, aber noch vor der Pause stand es 3:1 für Milan. Nach der Pause gelang wieder der Anschlusstreffer (Doppelpack von Piemonte), doch für Lazio reichte es nicht mehr. In der 78. Minute traf auch noch Ijeh, und das Spiel endete 4:2.

Parma und Napoli trennten sich 1:1-Unentschieden – ein bitteres Ergebnis für Napoli: Roma konnte dadurch den Vorsprung auf fünf Punkte ausbauen. Como besiegte Genoa 2:1, und Fiorentina gewann 1:0 gegen Sassuolo.

ARKEMA PREMIÈRE LIGUE

OL Lyonnes feierte den sechsten Sieg im sechsten Spiel mit einem hart umkämpften Erfolg gegen Paris FC. In einer Partie mit Chancen auf beiden Seiten entschied ein grossartiges Solo-Tor von Tabitha Chawinga in der 75. Minute das Spiel. Die Nationalspielerin aus Malawi setzte sich im Mittelfeld durch und traf clever zum Sieg.

Neuer Verfolger ist Paris Saint-Germain, das mit einem 2:0-Sieg über Le Havre AC drei Punkte hinter den Lyonnaises bleibt. Ein Doppelpack von Romee Leuchter in der ersten Halbzeit sicherte den Sieg. Weiterhin bleibt die Niederlage gegen OL Lyonnes zu Saisonbeginn der einzige Punktverlust.

Auf Platz drei liegt der FC Fleury, der das Tabellenschlusslicht RC Lens mit 4:0 besiegte. Emelyne Laurent erzielte dabei einen Hattrick. RC Lens hat weiterhin nur einen Punkt auf dem Konto.

Saint-Étienne feierte den ersten Saisonsieg mit einem 4:2-Erfolg über Montpellier HSC. Das Heimteam lag zwischenzeitlich 0:1 und 1:2 zurück, doch in der zweiten Halbzeit sorgten Rachel Corboz und Sofie Hornemann, die beide einen Doppelpack schnürten, für den Sieg. Dijon besiegte Nantes mit 2:1, während sich Marseille und Strasbourg 0:0 trennten.

OFF THE PITCH

Wirbel um die ehemalige Torhüterin der englischen Nationalelf: Mary Earps hat eine Autobiografie angekündigt (soll diese Woche erscheinen) und teilt darin ordentlich aus. «The Guardian» hat einige Auszüge bereits veröffentlicht, die zu Kritik an der 32-Jährigen geführt haben.

Mary Earps spielt zurzeit für Paris Saint-Germain. (IMAGO / Claus Bergmann)

Im veröffentlichten Teil kritisiert sie Nati-Coach Sarina Wiegman. Im Sommer hatte diese vor der Europameisterschaft nämlich Hannah Hampton als Nummer 1 aufgeboten, woraufhin Earps ihre Nati-Karriere beendete. Die Niederländerin habe mit dem Aufgebot von Hampton «schlechtes Benehmen» belohnt. Denn einige Monate zuvor hatte Wiegman Hampton wegen «störendem Verhalten und Unzuverlässigkeit» aus dem Kader gestrichen.

Es ist mit weiterem Drama zu rechnen, wenn das Buch der aktuellen PSG-Torhüterin erscheint. Bereits jetzt hat sich Chelsea-Trainerin Sonia Bompastor geäussert und sich auf Wiegmans Seite gestellt – Earps’ Aussagen seien respektlos.

NATIONALTEAMS

NEUER TRAINER FÜR DIE SCHWEIZ

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat den Vertrag mit Nati-Trainerin Pia Sundhage aufgelöst. Sundhage hat die Schweizer Nati im Sommer sehr erfolgreich durch die Europameisterschaft geführt: Die Schweizerinnen erreichten im Heim-Turnier überraschend den Viertelfinal. «Ich hätte diese Reise gerne fortgesetzt. Ich bin über den Entscheid des SFV überrascht, respektiere ihn aber. Ich wünsche dem Team und dem Schweizer Fussball nur das Beste.» Auf die Schwedin folgt Rafel Navarro. Er kommt direkt vom FC Barcelona, wo er Assistenztrainer war und viele Erfolge feiern konnte. «Es ist Zeit, mit angepassten Strukturen neue Impulse zu setzen», wird Frauenfussball-Direktorin Marion Daube in einer offiziellen Mitteilung zitiert.

NATIONS LEAGUE

Am 28. November und 2. Dezember spielen Deutschland und Spanien im Nations-League-Final um den Titel. Im Spiel um Platz drei treffen Schweden und Frankreich aufeinander.

Die DFB-Frauen haben unter der Woche für eine Traum-Quote gesorgt: Das Rückspiel des Nations-League-Halbfinals zwischen Frankreich und Deutschland haben sich im ZDF 5,17 Millionen Fans angeschaut!

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