FRAUEN-BUNDESLIGA

Am zweitletzten Spieltag vor der Winterpause bekamen wir einige torreiche Spiele zu sehen. Bayern München hat – langsam sind wir es so von ihnen gewohnt – gegen den HSV ein Torspektakel veranstaltet. Mit 6:0 gewannen die Münchnerinnen. Ein Eigentor des HSV und fünf verschiedene Torschützinnen sorgten für den Torregen. Es trafen Giulia Gwinn, Georgia Stanway, Klara Bühl, Pernille Harder und Lea Schüller. Damit holten sie sich den 12. Sieg im 13. Spiel und stehen mit sechs Punkten Vorsprung an der Spitze der Bundesliga-Tabelle.

Es folgt der VfL Wolfsburg, der am Wochenende ebenfalls einen Kantersieg verbuchte. Gegen Nürnberg gewannen die Wölfinnen mit 6:1. Alexandra Popp erzielte dabei ihren achten Saisontreffer – nur Werder Bremens Larissa Mühlhaus hat in dieser Saison bisher ein Tor mehr geschossen.
Auch sie traf: Gegen Bayer Leverkusen gewann Werder Bremen dank eines verwandelten Foulelfmeters mit 1:0. Damit sind sie bereits seit sieben Spielen ungeschlagen und stehen verdient auf Rang drei.

Selina Cerci schoss am Sonntag ihr achtes Saisontor. (IMAGO / Eibner)

Selina Cerci zeigte wieder, wie wichtig sie für Hoffenheim ist. Beim 3:2-Sieg gegen Leipzig bereitete die 25-jährige Nationalspielerin ein Tor vor und erzielte ein weiteres selbst. Auch sie traf in dieser Saison bereits achtmal.

Für eine Überraschung sorgte Carl Zeiss Jena. Das Tabellenschlusslicht gewann gegen den 1. FC Köln mit 1:0 und feierte damit den ersten Saisonsieg. Mit sechs Punkten bleiben sie zwar Schlusslicht, holten aber wichtige Zähler im möglichen Abstiegskampf. Auch der SGS Essen punktete: Gegen den SC Freiburg spielten sie 0:0. Union Berlin holte sich gegen Frankfurt einen enorm wichtigen Punkt. Sie erkämpften sich ein 2:2-Unentschieden gegen die sechstplatzierten Frankfurterinnen und konnten so den Vorsprung auf den SGS Essen halten.

WSL

Manchester United rutschte am Wochenende auf den vierten Tabellenplatz ab – ohne eine Aufholjagd wäre es beinahe der fünfte geworden. Im Spiel gegen Tottenham lagen sie nach einer Stunde nämlich mit 0:3 zurück. Doch Ella Toone und zwei Tore von Fridolina Rolfö in den letzten 16 Minuten retteten den «Red Devils» einen Punkt. Die schwedische Stürmerin erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer.

Einen Punkt vor Manchester United steht Arsenal. Gegen Everton gewannen sie mit 3:1. Katie McCabe erzielte den Führungstreffer – möglicherweise das schönste Tor dieser Saison.

Chelsea und Manchester City fuhren routinemässig Siege ein. Der Meister gewann gegen Brighton & Hove Albion mit 3:0, und Manchester City erzielte gegen Aston Villa gleich sechs Tore. Khadija Shaw schoss unglaubliche vier Treffer und führt die Torschützinnenliste mit zwölf Toren an. Damit hat sie sieben Treffer mehr als die Zweitplatzierte.

Liverpool verpasste die Chance, sich vom Tabellenende zu lösen. Gegen West Ham, den Zweitletzten, reichte es nur zu einem 2:2-Unentschieden. Trotzdem können die Reds zufrieden sein: Ab der 19. Minute standen sie nur noch zu zehnt auf dem Platz, und erst in der 87. Minute gelang ihnen der Ausgleich.

LIGA ÜBERPRÜFT SPIELZEITEN

Nach der aktuellen Saison 2025/26 wird die WSL ihre TV-Sendezeiten überprüfen. Diese Ankündigung kam, nachdem nur 59'000 Personen das auf Sky Sports übertragene Spiel zwischen Arsenal und Liverpool am Samstagmittag verfolgten. Es ist nicht das erste Mal, dass diese Spielzeit kaum Fernsehquoten bringt. Grund dafür ist wohl, dass die Premier League der Männer gleichzeitig spielt und auf TNT Sports übertragen wird. Die WSL wird sich im Sommer mit Sky und der BBC absprechen und die künftigen Sendezeiten evaluieren.

ADOBE WOMEN’S F.A. CUP

Am Wochenende fand die dritte Runde des Women’s F.A. Cup statt. Unter anderem qualifizierten sich Crystal Palace, Newcastle United, Nottingham Forest und Charlton Athletic für die vierte Runde.
Die Auslosung für die nächste Runde fand am Montag statt. 16 Spiele werden am 18. und 19. Januar ausgetragen, darunter einige Kracher: Titelverteidiger Chelsea trifft auf WSL2-Club Crystal Palace, Arsenal spielt gegen Aston Villa, und Tottenham misst sich mit Leicester City. Viertligist London Bees empfängt WSL-Club Liverpool und hat die einmalige Chance, für eine grosse Überraschung zu sorgen.

LIGA F

Wieder kein Sieg für Atlético Madrid: Seit drei Spielen gewinnt das Team nicht mehr. Auch gegen Eibar aus dem Tabellenkeller klappte es nicht – für diese war es ein enorm wertvoller Punkt. Atlético hatte 73 Prozent Ballbesitz, brachte aber nur drei Schüsse aufs Tor zustande, darunter einen Penalty.

Nach dem 3:0-Heimsieg von Real Sociedad gegen Deportivo La Coruña liegt Atlético nun vier Punkte hinter Sociedad und dem dritten Platz, der die Qualifikation für ein europäisches Turnier bedeuten würde.
Überzeugende Auftritte zeigten die Spitzenreiter. Real Madrid besiegte Granada mit 3:0, Alba Redondo erzielte dabei einen Doppelpack. Barcelona fuhr einen weiteren dominanten Sieg ein und gewann gegen Levante Badalona mit 5:1.
Mit einem 1:0-Sieg gegen UD Levante schaffte Espanyol den Sprung in die Tabellenmitte.

In hervorragender Form präsentiert sich aktuell Athletic Club Bilbao. Sie sind seit fünf Spielen ungeschlagen und liegen nun auf Rang acht, nachdem sie zwischenzeitlich beinahe das Tabellenschlusslicht gebildet hatten. Am Wochenende gewannen sie auswärts gegen Madrid CFF mit 2:0.
Auch Sevilla holte drei Punkte und bleibt damit in Schlagdistanz zu den europäischen Plätzen.

SERIE A

In Italien fand am Wochenende der letzte Spieltag vor der Winterpause statt. Und abgesehen von AS Roma, die sich auf dem ersten Platz etwas abgesetzt haben, ist die Liga extrem spannend.

Juventus schaffte den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Gegen Napoli gewannen sie nach einem 0:1-Rückstand mit 2:1. Kurz vor der Pause ging Napoli durch Kozak in Führung. Beccari glich gleich in der ersten Minute nach der Pause aus, und in der 86. Minute traf Cambiaghi zum Siegestreffer.

Mit fünf Punkten Vorsprung steht AS Roma weiterhin an der Spitze. Sie holten sich die nächsten drei Punkte gegen Tabellenschlusslicht Ternana mit einem souveränen 2:0-Sieg. Schon in der ersten Spielminute gingen die formstarken Römerinnen in Führung, und nur 25 Minuten später fiel bereits das 2:0 durch ein Eigentor von Corrado.

Inter machte im Vergleich zum letzten Spieltag drei Plätze gut. Das «Derby della Madonnina» gegen Stadtrivale AC Milan gewannen die «Nerazzurre» gleich mit 5:1. Milan ging zuerst in Führung, und zur Pause stand es 1:1. Doch dann drehte Inter auf und erzielte vier Tore in der zweiten Halbzeit. Vier der insgesamt fünf Inter-Tore bereitete die belgische Nati-Spielerin Tessa Wullaert vor.

Como verlor gegen Fiorentina mit 1:3 und stürzte dadurch von Rang zwei auf Rang fünf, während Sassuolo 1:0 gegen Genoa gewann und sich etwas aus dem Tabellenkeller befreien konnte. Lazio und Parma trennten sich unentschieden.

PREMIÈRE LIGUE

Dank eines Treffers in der dritten Minute der Nachspielzeit rettete sich Paris Saint-Germain zu Hause gegen den Drittletzten zu einem Unentschieden. Gegen Montpellier reichte es nur zu einem 2:2.

Damit liegt PSG nun fünf Punkte hinter den OL Lyonnes, die Le Havre mit 7:0 besiegten. Kadidiatou Diani und Tabitha Chawinga erzielten beim zehnten Saisonsieg im zehnten Spiel jeweils einen Doppelpack.

Aus dem Punktverlust des Stadtrivalen konnte Paris FC kein Kapital schlagen. In Strassburg reichte es für die Pariserinnen nur zu einem 0:0-Unentschieden.
Nantes nutzte die beiden Remis der Pariser Teams und besiegte Les Marseillaises zu Hause mit 3:0. Drei Tore in der ersten Halbzeit sicherten die nächsten drei Punkte.

RESULTATE

UEFA WOMEN’S CHAMPIONS LEAGUE

Am Mittwoch um 21.00 Uhr findet der letzte Spieltag der Ligaphase der UEFA Women’s Champions League statt.
In den letzten Wochen haben sich Barcelona, OL Lyonnes, Chelsea, Juventus, Real Madrid, Bayern München, Wolfsburg, Arsenal, Manchester United und Paris FC bereits für die K.-o.-Phase qualifiziert. Diese Woche sind nur noch zwei Plätze zu vergeben. Um diese kämpfen Atlético Madrid, Vålerenga Oslo und Oud-Heverlee Leuven.

OFF THE PITCH

SYDNEY SCHERTENLEIB MIT MEGA-DEAL

Schon vor einigen Wochen wurde darüber spekuliert, jetzt ist es Realität: Sydney Schertenleib unterschreibt einen Millionen-Deal mit dem Schweizer Schuhhersteller On. Für die Schweizer Marke ist es der erste Schritt im Fussball.
Wie der «Blick» schreibt, soll sie einen mehrjährigen Vertrag über mehrere Millionen unterschrieben haben. Damit katapultiert sie sich in neue Sphären: Es ist der lukrativste Ausrüstervertrag, den je ein Schweizer Fussballer oder eine Schweizer Fussballerin unterschrieben hat.

ALISHA LEHMANN ÜBER EQUAL PAY

Equal Pay im Frauenfussball ist ein Thema, das immer wieder diskutiert wird. Während einer Fragerunde mit ihren 16,1 Millionen Instagram-Followern hat sich nun auch der Schweizer Star Alisha Lehmann geäussert.
«Ich sage nicht, dass wir gleich viel verdienen müssen wie Männer», meint sie. Jedoch sollten «alle Frauen genug verdienen, um sich ein Leben zu ermöglichen». Noch immer gebe es viele Fussballerinnen, die nebenbei einer anderen Arbeit nachgehen müssten.

Alisha Lehmann steht aktuell bei Como unter Vertrag. (IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto)

«Das ist das, was sich in allen Ländern ändern muss», sagt Lehmann, die zurzeit bei Como in der Serie A spielt. Diese Meinung wird zwar von vielen geteilt, doch die Fussballerin ist sich sicher: «Ich werde wieder so viel Hass bekommen, weil ich diese Frage beantwortet habe.»

Was meinst du zu diesem Thema? Lass es uns wissen!

LONDON ALS GASTGEBER DES FIFA WOMEN’S CHAMPIONS CUP

Im Emirates Stadium (Heimstätte von Arsenal) und im Brentford Community Stadium (Heimstadion des FC Brentford) wird der FIFA Women’s Champions Cup 2026 ausgetragen. An diesem Wettbewerb nehmen die besten Teams aller Kontinente teil – darunter die Gewinner der Champions League, der Copa Libertadores Femenina und des CONCACAF W Champions Cup. Die Spiele werden im Frühling 2026 ausgetragen, die genauen Termine sind noch unbekannt.

BUSINESS CORNER

Seit Wochen ist sie das alles dominierende Thema im amerikanischen Frauenfussball: Trinity Rodman. Jetzt scheint sich eine Lösung für ihren Verbleib in der NWSL gefunden zu haben.

Das NWSL-«Board of Governors» will eine neue Regel für die Bezahlung einzelner Stars einführen. Nach ihr soll es möglich sein, sogenannte «High-Impact»-Spielerinnen mehr als die festgelegte Summe des Lohndeckels zu bezahlen.
Dieser «High-Impact»-Status würde es den Teams erlauben, jährlich bis zu einer Million US-Dollar mehr zu bezahlen, während nur ein kleiner Teil dieses Geldes zum restlichen Lohndeckel zählen würde.

Die exakten Qualifikationen, die eine Spielerin haben müsste, um diesen Status zu bekommen, sind noch nicht klar. Dass Trinity Rodman diese jedoch erfüllen würde, gilt bereits jetzt als ziemlich sicher.
Nun wartet man noch die Meinung der NWSL Players Association ab, die hier das letzte Wort sprechen wird.

Keep Reading