NWSL
SALARY CAP UND TRINITY RODMAN
Schon in der letzten Transferperiode haben mit Naomi Girma und Alyssa Thompson grosse NWSL-Stars den Wechsel nach Europa gewagt, und jetzt könnte mit Trinity Rodman auch das grosse Liga-Aushängeschild folgen. Der Vertrag der 23-Jährigen mit Washington Spirit ist ausgelaufen. Eine neue Offerte von Spirit lag bereits auf dem Tisch – Medienberichten zufolge ein mehrjähriger Vertrag über jährlich mehrere Millionen Dollar. Die Offerte wurde aber von Liga-Kommissarin Jessica Berman nicht genehmigt. Grund: Sie verstosse gegen «den Geist» der Lohndeckel-Regelung. Ausserdem wurde Rodman die «Umgehung der Gehaltsobergrenze» vorgeworfen.

Ihre Zukunft ist ungewiss: Trinity Rodman. (IMAGO / Imagn Images)
Diese Entscheidung will Rodmans Entourage so nicht hinnehmen. Aber über die nächsten Schritte der Spielerin kann nur spekuliert werden. Dass sie sich aber anderweitig auch noch umsehen wird, ist kein Geheimnis.
«Da es keine Möglichkeit gibt, ihren fairen Marktwert innerhalb der NWSL zu sichern, ist man gezwungen und motiviert, sich anderweitig umzusehen», sagte Mike Senkowski, Agent der Amerikanerin, gegenüber «CBS Morning Show». Ausserdem deutete er an, dass sich bereits lukrativere Angebote auf seinem Tisch befinden – auch von anderen Clubs in den USA. Damit könnte er auf das Angebot von DC Power aus der Gainbridge Super League (eine amerikanische, professionelle Frauenfussball-Liga, die andere Lohnregelungen als die NWSL hat) anspielen.
«Ich kann nur sagen, dass der Club alles in seiner Macht Stehende – und noch mehr – getan hat, um sicherzustellen, dass es einen Weg gibt, damit Rodman bleiben kann», sagte Spirit-Besitzerin Michele Kang gegenüber «The Athletic».
WIE FUNKTIONIERT DER SALARY CAP?
In der NWSL wird der Lohndeckel über die nächsten fünf Jahre schrittweise angehoben. Jetzt liegt er bei 3,3 Millionen Dollar, nächstes Jahr bei 3,5 Millionen Dollar und bis 2030 wird er auf 5,1 Millionen Dollar steigen. Dazu kommen jeweils 10% der vom Club generierten Einnahmen. Genau über jene 10% hat Spirit den hohen Lohn für Trinity Rodman rechtfertigen wollen – die Liga hat die Prognosen des Clubs aber als zu hoch gewertet.
Mit diesem Geld müssen die Clubs die Löhne aller Spielerinnen bezahlen. Gibt man also viel Geld für eine Starspielerin aus, bleibt weniger für die anderen.
NEUE TRAINERIN
NWSL-Club Bay FC hat eine neue Trainerin: Emma Coates übernimmt das Team auf die nächste Saison. Gemma Davies wird ihre Assistentin. Vorher hat die Engländerin das Frauen U23-Team der englischen Nationalmannschaft gecoacht.
FRAUEN-BUNDESLIGA
Bayern München überrollte Frankfurt am Wochenende und gewann deutlich mit 5:0. Damit bleibt Bayern das einzige Team, das aus den letzten fünf Ligaspielen das Punktemaximum holte. Sechs Punkte Vorsprung haben sie auf den VfL Wolfsburg auf Rang zwei. Die Wölfinnen trafen auf Freiburg. Nach einer Absenz stand auch Alexandra Popp wieder auf dem Platz. Kurz vor Schluss traf sie noch zum 3:1. Es ist bereits ihr siebter Treffer in dieser Saison.
Fünf, respektive sechs Punkte hinter dem VfL folgen Werder Bremen und Leverkusen. Die Bremerinnen bleiben das sechste Spiel in Folge ungeschlagen und holten sich gegen Schlusslicht Carl Zeiss Jena einen 1:0-Sieg. Kurz vor der Pause gab es einen Penalty für Bremen, den Larissa Mühlhaus souverän verwandelte und die nun mit acht Treffern an der Spitze der Torschützinnenliste steht – gemeinsam mit Leverkusens Vanessa Fudalla. Diese traf, ebenfalls vom Penaltypunkt, am Wochenende gegen RB Leipzig. Leverkusen gewann das Spiel dank drei frühen Toren 3:2.
Hoffenheim holte gegen Union Berlin einen souveränen 3:0-Sieg. Das Spiel gaben sie nie aus der Hand und schnappten sich verdient die nächsten drei Punkte. Nürnberg verlor gegen den SGS Essen 0:2. Für Essen sind das eminent wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg.
DFB-POKAL
Die Viertelfinals des DFB-Pokals wurden ausgelost. Im Deutschen Fussballmuseum in Dortmund fungierte Trainerlegende Friedhelm Funkel als Losfee, und die ehemalige Spielerin Nia Künzer war Ziehungsleiterin.
Folgende Paarungen werden am 11. und 12. März 2026 gespielt:

LIGA-GRÜNDUNG OHNE DFB
Am 10. Dezember wird die «Frauen-Bundesliga FBL e.V.» gegründet. Das Ganze wurde in den letzten Monaten von den 14 Erstligaclubs der Bundesliga vorangetrieben. Ursprünglich hätte es eine Art Joint Venture zwischen dem Deutschen Fussball-Bund und den Bundesliga-Clubs werden sollen. Nun hat man sich entschieden, den Schritt alleine – also ohne DFB und dessen Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro – zu wagen.
Auf Seiten der Clubs sei man «enttäuscht davon, dass sich bereits getroffene Verabredungen mit dem Deutschen Fussball-Bund aus unserer Sicht nicht in den Vertragsmaterialien wiederfinden. Aus diesem Grund erfolgt der Gründungsakt ohne Mitwirkung des DFB», wird Axel Hellmann, Vorstandssprecher der Eintracht Frankfurt Fussball AG, in einer Mitteilung zitiert. Es sei jetzt noch völlig offen, ob und wie man mit dem DFB in Zukunft weiterarbeite.
Die Gründung dieser Liga hat das Ziel, den deutschen Frauenfussball weiter zu professionalisieren und sich stärker gemeinschaftlich zu organisieren.
WSL
Die unglaubliche Serie endete am Sonntag: Chelsea verlor nach 34 Spielen Ungeschlagenheit zuhause gegen Everton. Dank eines frühen Treffers von Honoka Hayashi, die nach einem Freistoss den Ball ins Tor hämmerte, unterlag Chelsea Everton mit 0:1. Trotz 30 (!) Schüssen aufs Tor gelang den Blues kein Treffer. Toffee-Goalie Courtney Brosnan spielte eine starke Partie und wurde zu Recht als MVP des Spiels ausgezeichnet. Die Londonerinnen trafen in der Schlussphase auch zweimal die Latte und den Pfosten. Wahrscheinlich hätte das Team von Sonia Bompastor an jedem anderen Tag mit dieser Leistung drei Punkte geholt.

Sinnbildlich: Courtney Brosnan hält dem Angriff von Chelseas Lauren James stand. (IMAGO / Sports Press Photo)
Nun liegt der amtierende Meister sechs Punkte hinter Tabellenführer Manchester City. Die Sky Blues besiegten Leicester City dank drei Toren in den letzten 16 Minuten mit 3:0. Khadija Shaw erzielte einen Doppelpack, und Kerolin stellte in der Nachspielzeit den Endstand her.
Arsenal, Manchester United und Tottenham Hotspur hielten mit drei Punkten Schritt. Alle drei Teams gewannen zu Hause mit 2:1 gegen Liverpool, West Ham und Aston Villa. Tottenham hatte Glück: Das 1:0 fiel erst in der Nachspielzeit durch Olivia Holdt.
Brighton & Hove Albion holte sich den letzten Sieg an diesem 10. Spieltag gegen die London City Lionesses. Kiko Seike traf in der ersten Halbzeit zum 1:0, und das reichte aus. Es war ein sehr offenes Spiel, in dem beide Teams ihre Chancen hatten. Dank diesen Punkten rückt Brighton bis auf einen Punkt an die Lionesses heran, die auf Rang sechs stehen.
LIGA F
Barcelona absolvierte am Wochenende das erste Spiel ohne Aitana Bonmatí, die sich während der Länderspielpause das Bein brach. Barça brauchte zwei späte Tore, um sich trotz Spielüberlegenheit den Sieg gegen UD Teneriffa zu sichern. Das Heimteam hatte 24 Abschlüsse, von denen keiner im Tor landete. Erst in der 84. und 88. Minute trafen Stammtorjägerinnen Ewa Pajor und Alexia Putellas. Am Schluss stand es 2:0 für die Katalaninnen.
Real Madrid überholte Real Sociedad mit einem 1:0-Sieg in der Direktbegegnung und steht nun hinter Barcelona auf Rang zwei. Besonders bitter: Sociedad-Verteidigerin Ainhoa Vicente beförderte den Ball in der ersten Halbzeit ins eigene Tor. Für «Las Blancas» war es ein wertvoller Sieg – Sociedad hätte nach einem ansonsten starken Spiel einen Punkt verdient.
Atlético Madrid fuhr zum zweiten Mal in Folge keinen Sieg ein und spielte zu Hause gegen Sevilla nur ein 2:2-Unentschieden. Nach einer 0:2-Rücklage kämpfte sich Atlético wieder ins Spiel, glich aus und hätte am Schluss sogar noch einige Chancen zum Siegestreffer gehabt.
Madrid CFF gewann gegen Espanyol 5:2. Das erste Tor der Partie fiel nach nur zwei Minuten für Espanyol, doch bereits zur Pause stand es 4:1 für Madrid. Mit dem dritten Sieg in Folge stehen sie nun auf dem sechsten Tabellenplatz.
Levante wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg und verlor gegen Athletic Club 0:1. Eibar, Badalona und Deportivo La Coruña holten sich wichtige drei Punkte.
SERIE A
Das Spitzenspiel der Serie A geht unentschieden aus. Juventus und AS Roma trennen sich 1:1. Valentina Bergamaschi, Ex-Juve-Spielerin, brachte die Gastgeberinnen aus der Hauptstadt früh in Führung. Nach dem schwachen Start von Juve gab es aber danach einige Chancen der «Bianconere». Doch erst in der 70. Minute traf Tatiana Pinto nach starker Vorarbeit von Emma Stolen Godo.
Damit bleibt Roma an der Tabellenspitze, und Juve steht neu auf Rang drei. Como überholte den amtierenden Meister dank eines 1:0-Siegs gegen Parma.
Siegreich waren am Wochenende auch Milan, Fiorentina und Inter. Milan gewann das Direktduell gegen Napoli – die beiden Teams stehen nun punktgleich auf Rang fünf und sechs.
Es ist eine sehr enge Sache in diesem Jahr: Nur drei Punkte trennen den zweiten vom siebten Platz.
Auch im Tabellenkeller sieht es ähnlich aus: Hier trennen drei Punkte Tabellenschlusslicht Ternana von Parma auf dem neunten Platz.
RESULTATE
WORLD SEVENS FOOTBALL
Das Showturnier «World Sevens Football» in Fort Lauderdale (Florida) ist fertig: San Diego Wave kann sich über das Preisgeld in der Höhe von fünf Millionen US-Dollar freuen. Die Amerikanerinnen spielten den Final gegen den Meister der mexikanischen Liga MX Femenil, Tigres. Sie gewannen 3:0 und brachten so das Turnier ungeschlagen zu Ende.
BUSINESS CORNER
MICHELE KANG MIT MEGA-INVESTITION
Michele Kang investiert 55 Millionen US-Dollar in die Forschung im Frauensport. Der US-Fussballverband hat das «Kang Women’s Institute» angekündigt. Es soll den Frauensport durch Wissenschaft und Innovation verbessern. Das Training und Wohlbefinden von Sportlerinnen sollen im Fokus stehen.
Es geht nicht nur darum, eine Forschungslücke zu schliessen. Wir wollen eine Zukunft schaffen, in der jede Spielerin über das Wissen, die Betreuung und die Möglichkeiten verfügt, um sich zu entfalten.
Der Verband bezieht sich in der offiziellen Mitteilung auf Analysen, die zeigen, dass aktuell nur 6% der in Fachzeitschriften veröffentlichten Berichte sich ausschliesslich auf Frauen beziehen. Noch orientieren sich Frauenteams sehr stark an Trainingsmethoden, die eigentlich für Männer konzipiert wurden. Die unverhältnismässig vielen Verletzungen im Frauensport deuten eindeutig darauf hin, dass mehr Forschung in diesem Bereich nötig ist.
FÜNF FRAGEN AN…
JULIA MATUSCHEWSKI
SC-Sand-Spielerin Julia Matuschewski hat gegenüber Footyqueen fünf Fragen beantwortet. Hier gibt’s das Interview.



