ZIEHT RACING LOUISVILLE UM?
Was vor einigen Jahren noch gereicht hat, um einen NWSL-Club zu unterhalten, reicht heute nicht mehr. Das bekommt Racing Louisville deutlich zu spüren. Innerhalb der Liga hat der Club den zweitschlechtesten Fan-Schnitt an Heimspielen. 5’500 Fans pro Spiel im Schnitt – nur die Chicago Stars haben noch weniger Publikum.
Jetzt heisst es, dass Louisville neue Wege suchen muss. Es steht sogar ein Verkauf im Raum. Möglicherweise würde das auch bedeuten, dass der Club einen neuen Namen bekommen und in eine andere Stadt umziehen würde.
Was für europäische Fussballfans komplett verrückt tönt, ist in den USA nichts Besonderes. Franchises können gekauft, verkauft und in neuen Städten neu angesiedelt werden.
Zuletzt wurde eine Franchise in Columbus (Ohio) für 205 Millionen Dollar aufgekauft. Als die aktuelle Besitzergruppe sich 2021 mit Racing Louisville in die Liga kaufte, bezahlte sie einen Betrag zwischen einer und zwei Millionen…
ESPN schreibt, dass es bereits Treffen zwischen den Besitzern des MLS-Clubs FC Cincinnati und den Besitzern von Racing Louisville gegeben habe. Schon vor einiger Zeit hat der Club gemeinsam mit einer Investorengruppe, der auch Basketball-Star Caitlin Clark angehört, für eine Franchise geboten. Jedoch hat es damals nicht gereicht.
Die Eigentümer und die Führungsspitze des FC Cincinnati setzen sich weiterhin mit grossem Engagement für das weitere Wachstum des Frauenfussballs ein und werden intensiv nach Möglichkeiten suchen, das Engagement auszubauen.
Cincinnati ist in der Nähe von Louisville – für amerikanische Verhältnisse jedenfalls. Die beiden Städte trennen rund 160 Kilometer. Ob der Club wirklich verkauft wird, ist noch nicht klar. Aktuell heisst es, dass Racing Louisville versucht, mehr Investitionen anzuziehen, um einem Verkauf aus dem Weg zu gehen. Ob das nachhaltig gelingt, wird sich zeigen.
Nicht nur finanziell, sondern auch sportlich gesehen geht es dem Club nicht blendend. Louisville steht auf Platz 13 und hat die letzten vier Spiele verloren. Frischer Wind würde dem Club auf jeden Fall nicht schaden.
INHALT
SERIE A WOMEN’S CUP
Juventus steht im Final des italienischen Cups. Das Derby d’Italia gegen Inter gewannen die Turinerinnen mit 1:0. Das einzige Tor der Partie fiel in der ersten Halbzeit. Inter-Verteidigerin Samantha van Diemen sorgte mit einem unglücklichen Eigentor für den Siegestreffer.
Im Final, der am 19. September in Viareggio stattfindet, trifft Juventus auf die Meisterinnen aus Rom. Damit wiederholt sich der letztjährige (und allererste) Final des Serie A Women’s Cups. Letztes Jahr ging dieser mit 3:2 zu Gunsten von Juventus aus. Kann Roma sich revanchieren?
Die Römerinnen haben den Halbfinal gegen Sassuolo gespielt, gegen die sie bereits in der Gruppenphase gespielt und verloren hatten. Bei der Partie am Sonntag sah es etwas anders aus: Roma dominierte und zerlegte Sassuolo gleich mit 7:1.
TRANSFERNEWS
Wie letzte Woche bereits angekündigt, wechselt Barbara Bonansea in die USA. Die italienische Nationalspielerin hat einen Vertrag bei San Diego Wave unterschrieben. Damit ist sie die erste Italienerin dieses Clubs.
Für alle Juve-Fans ist das ein bitterer Abschied, aber keine Sorge: Sie wechselt nur leihweise in die USA und soll bereits im Sommer wieder in Turin zurück sein. Es heisst, dass sie dann ihren Vertrag beim Serie-A-Club bis 2028 verlängern würde. „Wir sehen uns bald“, schreibt sie auch in ihrem Instagram Post, wo sie ihren Abschied verkündet.
BUNDESLIGA
Schon wieder muss Lena Oberdorf pausieren. Erst vor kurzem verzeichnete sie wieder ihre ersten Einsatzminuten nach ihrem zweiten Kreuzbandriss. Doch jetzt die Hiobs-Botschaft: Sie fällt wegen einer Reaktion an ihrem rechten Knie mehrere Wochen aus. Das gab Bayern München in einem offiziellen Statement bekannt.
Das ist eine typische Reaktion nach zwei Kreuzbandrissen – also nichts, worüber wir uns grosse Sorgen machen müssen. Das ist natürlich enttäuschend für Lena, aber jetzt müssen wir einfach ruhig bleiben und ihr die Zeit geben, die sie braucht.
Die Bundesliga-Resultate findest du hier.
FIFA MIT VORWÜRFEN KONFRONTIERT
In letzter Zeit kann sich die Fifa vor negativer Berichterstattung kaum retten. Meistens steht dabei Präsident Gianni Infantino im Mittelpunkt. Doch dieses Mal geht es nicht um seine Personalie.
Dem Weltverband wird missbräuchliches Verhalten gegenüber dem Frauenfussball vorgeworfen. Die Fifa missbrauche ihre Vormachtstellung, um eigene Wettbewerbe so zu positionieren, dass es den eigenen kommerziellen Interessen entspricht. Dabei werde gegen das europäische Wettbewerbsgesetz verstossen.
Erstmals wurde diese Beschwerde vom Verband der europäischen Fussballligen, der 53 europäische Profiligen vereint (darunter unter anderem die Premier League, die Bundesliga und die Serie A), bereits 2024 eingereicht.
Dass die Fifa die Länderspielkalender ohne Einbezug von Spielergewerkschaften festlegte, war damals der ausschlaggebende Fakt. Da die Fifa gleichzeitig Dachverband, aber auch Veranstalterin der einzelnen Wettbewerbe ist, wurde dem Weltverband ein Interessenkonflikt vorgeworfen.
Und jetzt wurde der Fall neu aufgerollt, weil die Beschwerde ausgeweitet wurde.
Letzte Woche teilte «European Leagues» mit, dass sie die Beschwerde auf «das missbräuchliche Verhalten der Fifa in Bezug auf den internationalen Spielkalender für Frauen und damit verbundene regulatorische Entscheidungen im Frauenfussball» ausweite.
Das Verhalten der Fifa gefährde «das Wachstum und die finanzielle Nachhaltigkeit der professionellen Frauenligen» und stelle ausserdem «ein Risiko für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Spielerinnen» dar.
Grund für die erneute Eskalation könnte die im Winter geplante Club-WM der Frauen sein. Diese würde vom 5. bis zum 30. Januar in Katar stattfinden. Die englische Women’s Super League hat sich dieser gegenüber bereits kritisch geäussert. Wegen des ungünstigen Zeitpunkts dieses Turniers müssten «bis zu fünf Spieltage» der WSL verlegt werden.
Bisher weist die Fifa die Vorwürfe zurück. «Die Fifa glaubt an die Macht des Dialogs und nicht an rechtliche Schritte und Eskalation», heisst es in einem Statement. Ihre Türen seien stets offen, «um Vereinbarungen im besten Interesse des Fussballs zu erzielen».
ALLE RESULTATE
WSL
Nach nur zwei Spielen hat bereits nur noch ein Team das Punktemaximum. Manchester City gewann das Spiel gegen Aston Villa mit 4:1. Damit sind die amtierenden Meisterinnen die einzigen mit sechs Punkten nach zwei Spieltagen. Kurz vor Saisonstart gab es für City noch die schlechte Nachricht, dass Miedema wegen einer Verletzung einige Wochen ausfallen wird. Bis jetzt startete das Team trotzdem souverän in die Saison.
Vor allem profitieren die Cityzens davon, dass sowohl Arsenal als auch Chelsea bereits gestolpert sind. Chelsea hat im ersten Spiel gegen Aston Villa nur ein 1:1-Unentschieden gespielt und Arsenal spielte an diesem Wochenende nur ein torloses Unentschieden gegen Aufsteiger Crystal Palace.
Das ist erst das zweite Spiel. Wir hätten heute gewinnen sollen. Wir hätten treffen sollen. Aber wir haben es nicht gemacht.
Nach dem Erfolg im Eröffnungsspiel kann London City nicht an die vorangegangene Leistung anknüpfen. Und obwohl Danielle van de Donk ihr zweites Saisontor erzielte, reichte es nicht für einen Punkt. West Ham gewann das Spiel mit 2:1.
Torreich wurde es am Sonntag bei der Partie zwischen Chelsea und Manchester United. Gleich fünf verschiedene Chelsea-Spielerinnen trafen beim 5:0-Sieg. Nüsken, Walsh, James, Carpenter und Bronze erzielten je einen Treffer.
Die weiteren WSL-Resultate findest du hier.
BALLON D’OR NOMINIERUNGEN
Am Montag, 26. Oktober, wird der Ballon D’Or verliehen. Bereits letzte Woche wurden die nominierten Spielerinnen vorgestellt.
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