NATIONS LEAGUE

DEUTSCHLAND - SPANIEN

Wie kann so ein Spiel 0:0 enden? Im Hinspiel des Nations-League-Finals zwischen Deutschland und Spanien kam es zu sieben Torchancen von der deutschen Nationalelf. Verwerten konnte sie im Fritz-Walter-Stadion vor 41'159 Fans aber keine.

In der ersten Halbzeit kam wenig Gegenwehr der Spanierinnen und Deutschland konnte sein Spiel durchziehen. Viel Ballbesitz und viel Druck aufs Tor, einzig die von Bundestrainer Christian Wück gewünschte «Effizienz vor dem Tor» war nicht zu sehen. Cata Coll parierte alles, was in ihre Richtung flog.

Nach der Pause schien das Team von Trainierin Sonia Bermúdez besser ins Spiel gefunden zu haben. In den ersten 15 Minuten konnten sie ihr Spiel deutlicher durchbringen und es kam zu den zwei Torchancen der Weltmeisterinnen. Einmal mit Alexia Putellas und einmal mit NWSL-Champion Esther.

Alexia Putellas und Selina Cerci kämpfen um den Ball. (IMAGO / STEAINSIEK.CH)

Nach dieser spanischen Druckphase kamen aber die Deutschen mit Klara Bühl, die einen starken Auftritt hinlegte, wieder vermehrt zu Chancen. Für ein Tor reichte es aber nicht mehr. Bezeichnend für den eher schwachen Auftritt der Spanierinnen war auch Aitana Bonmatís Spiel. Viel hat man die Ballon-d’Or-Gewinnerin nicht gesehen und in der 77. Minute wurde sie für Athenea ausgewechselt.

Das 0:0 spiegelt zwar nicht unbedingt den Spielverlauf wider, dafür dürfen sich Fans nun auf ein spannendes Rückspiel freuen. Am Dienstagabend um 18.30 Uhr spielen Spanien und Deutschland um den Titel im Estadio Metropolitano in Madrid.

FRANKREICH - SCHWEDEN

Im Spiel um Platz drei zwischen Frankreich und Schweden im Stade Auguste Delaune in Reims wurde es knapp für «Les Bleues». In der ersten Halbzeit musste Juventus-Goalie Peyraud-Magnin Frankreich mehrmals retten. Kurz vor der Pause gab es einen Penalty für das Heimteam – sehr strenge Entscheidung von Schiedsrichterin Desiree Grundbacher. Sakina Karchaoui, PSG-Spielerin, verwandelte vor den rund 7'000 Fans im Stadion souverän.

In der zweiten Halbzeit glich Arsenal-Stürmerin Stina Blackstenius aus. Eigentlich war Schweden das gefährlichere Team auf dem Platz, doch Peyraud-Magnin parierte auch nach der Pause viele Torschüsse. Wieder kurz vor dem Pfiff wurde es für Schweden gefährlich: Corner für Frankreich in der sechsten Minute der Nachspielzeit. Karchaoui legte vor und Captain Griedge Mbock konnte abstauben – 2:1. Direkt nach dem Treffer wird die Partie abgepfiffen.

Am Dienstag um 19.00 Uhr findet das Rückspiel in der 3Arena in Stockholm statt.

BARCELONA IM VERLETZUNGSPECH

Am Sonntag hat sich Aitana Bonmatí im Training mit der spanischen Nationalelf das Bein gebrochen. Wie der spanische Verband mitteilte, handelt es sich um einen Bruch des linken Wadenbeins.

Instagram post

Im Rückspiel des Nations-League-Finals wird sie fehlen. Die Weltfussballerin dürfte mehrere Monate ausfallen.

Wir widmen ihr unseren Sieg morgen.

Eine zuversichtliche Sonia Bermúdez über Bonmatí an der Pressekonferenz

Doch das ist noch nicht die einzige schlechte Nachricht für das eh schon dezimierte Kader von Barcelona: Auch Kika Nazareth hat sich verletzt. Die Barça-Stürmerin musste im Freundschaftsspiel zwischen Portugal und den Niederlanden verletzt vom Platz begleitet werden. Noch ist zwar nicht klar, wie schlimm es sie erwischt hat. Jedoch hat sie das Spielfeld unter Tränen verlassen.

ENGLAND DEKLASSIERT CHINA

Im ausverkauften Wembley Stadium in London empfingen die Engländerinnen vor über 80’000 Fans die Nationalelf von China. Die Chinesinnen hatten teilweise seit Monaten kein Spiel mehr bestritten, weil die Chinese Super League jeweils schon im September fertig ist. Das zeigte sich auch auf dem Platz – die «Lionesses» dominierten das Spiel und gewannen mit 8:0.

Schon nach der ersten Halbzeit führte das Team von Sarina Wiegman 5:0. Lauren Hemp, Georgia Stanway und Beth Mead erzielten die Tore, wobei Stanway und Mead beide gleich doppelt trafen. Nach der Pause traf wieder Stanway, aber auch Alessia Russo und Ella Toone trugen zum Torregen bei.

Georgia Stanway feiert ihren Hattrick gegen China. (IMAGO / Crystal Pix)

Als Nächstes steht für die englische Nati am Dienstagabend ein Freundschaftsspiel gegen Ghana an. Sie spielen im St. Mary’s Stadium in Southampton.

UEFA WOMEN’S CHAMPIONS LEAGUE

Am Mittwoch, 17. Dezember, ist der letzte Spieltag der Champions-League-Ligaphase. Die Vorfreude darauf ist bereits jetzt riesig, wie ein Beispiel aus Belgien zeigt: Der belgische Verein Oud-Heverlee Leuven wird Geschichte schreiben. OH Leuven trifft da im eigenen Van-Dreef-Stadium nämlich auf Champions-League-Gewinner Arsenal und bereits jetzt wurden für dieses Spiel 9'285 Tickets verkauft. Damit wurde ein neuer Rekord für ein belgisches Frauenfussball-Spiel aufgestellt.

Weiter geht es in der Champions-League-Ligaphase aber bereits nächste Woche. Mehr dazu gibt es in der nächsten Ausgabe zu lesen.

OFF THE PITCH

ESSSTÖRUNGEN IM PROFISPORT

Im März hatte Angel-City-Spielerin Sydney Leroux bekanntgegeben, sich eine Auszeit vom Fussball zu gönnen, weil sie mit mentalen Problemen zu kämpfen habe. Jetzt hat die 35-Jährige in einem Video auf Instagram öffentlich gemacht, dass bei ihr Anorexie diagnostiziert wurde. So lange sie sich erinnern könne, lebe sie mit dieser Krankheit. Sie sei sich aber nie bewusst gewesen, dass sie ein Problem darstelle. Sie sei einfach davon ausgegangen, dass ihr Körper so auf Stress reagiere.

Ich hoffe, dass dies den Weg für einen sichereren und ehrlicheren Dialog über Essstörungen im Frauensport ebnet. Schweigen hat noch nie jemanden gerettet.

Sydney Leroux via Instagram

Die zweifache Mutter hatte «absolut Angst», mit der Magersucht-Diagnose an die Öffentlichkeit zu gehen. «Aber ich werde niemals zulassen, dass meine Angst grösser ist als die Möglichkeit, jemandem das Leben zu retten», erklärt sie im Video. Leroux fügt an, dass Studien zufolge jede fünfte Sportlerin Anzeichen einer Essstörung aufweist – in Hochleistungssportarten könne die Quote sogar 40 Prozent oder mehr betragen. Die US-Weltmeisterin hofft nun, anderen mit ihrer Offenheit zu helfen.

IMMER MEHR FANS

In der mexikanischen Liga BBVA MX Femenil sorgten die Finalspiele zwischen Club América und Tigres Femenil für Rekordzahlen. Kein anderes Frauenfussballspiel wurde in Mexiko von so vielen Personen verfolgt wie diese zwei. 3,6 Millionen Fans haben die beiden Partien über YouTube, TikTok oder Facebook verfolgt und 4,4 Millionen Personen haben sich die Spiele im Fernsehen angesehen.

Meister wurde Tigres Femenil – nach einem 3:3-Unentschieden im Hinspiel gewannen «Las Amazonas» das Rückspiel 1:0. Mit sieben Titeln sind die Tigres die Rekordmeisterinnen der Liga. 

Auch in der NWSL sorgte der Final zwischen Washington Spirit und Gotham FC für einen neuen Rekord. Auf dem Sender CBS sahen zur Bestzeit 1,55 Millionen Fans, wie Gotham FC seinen zweiten NWSL-Titel holte. Damit ist es der meistgesehene Match in der Geschichte der Liga. Ausserdem ist es ein Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zum Final der letzten Saison.

SHOW-TURNIER IN FLORIDA

Am Wochenende steigt vom 5. bis 7. Dezember die zweite Ausgabe von «World Sevens Football». Nach dem Debüt im Frühling in Portugal (Bayern gewann die Erstausgabe) findet das Show-Turnier dieses Mal in Fort Lauderdale (Florida, USA) statt. Acht Clubs aus Nordamerika machen mit und kämpfen um ein Preisgeld von fünf Millionen US-Dollar. Club América, Deportivo Cali, Flamengo, Kansas City Current, Nacional de Football, San Diego Wave, Tigres Femenil und AFC Toronto sind dabei.

Die Teams spielen im 7-gegen-7 15-minütige Halbzeiten auf einem Spielfeld, das nur halb so gross ist wie normalerweise. DAZN wird das dreitägige Turnier übertragen.

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